Über mich

Der Glanz des Lebens

Für mich ist Psychologie keine Suche nach dem Unsichtbaren, sondern ein sinnliches Sehen und Hören. Zur Psychologische Morphologie kam ich auf dem Umweg über die Philosophie.

Jede Wissenschaft beruht auf Annahmen darüber, was die „Wirklichkeit” ist. Meist wird ein ontologischer Rang solchen Objekten zuerkannt, die dem Theorierahmen der Naturwissenschaften, insbesondere der Physik, entsprechen. So nimmt man an, dass mit Zählen, Messen und Berechnen das „objektiv” Wirkliche getroffen werde. Ob Fragebogen-Statistik, Hirnforschung oder Wörter-Zählen im Online-Research: immer steht eine Seins-Deutung, eine Metaphysik, im Hintergrund, die der Rechenwelt eine Art „höhere” Wirklichkeit zuschreibt. 

Mir war dieser Weg zu fade. Ich studierte Maschinenbau und stellte fest: in der abstrakten Rechenwelt ist nichts mehr davon zu finden, was unsere Welt, in der wir leben, ausmacht. Keine Farben, keine Sonne, keine Liebe, keine Geschichte(n). Auch die Fiktionen von “Trieben”, “Subjektivität”, “Hirnarealen” usw. klären nichts, sondern verdecken die wirkliche Welt, die jeder Mensch alltäglich erlebt.  

So habe ich mich aufgemacht, eine Wissenschaft zu entdecken, in der das konkrete Leben nicht verloren geht, sondern in seinem Glanz (und in seinen Schattenseiten) durchsichtig wird. Auch diese Richtung hat eine große Tradition: Marx, Husserl, Heidegger, Sartre und nicht zuletzt mein Vater, Wilhelm Salber. Die “phänomenologische” Sicht liefert keine graue Theorie. Sie ist eine theoriegeleitete Praxis, ein Handwerk, das sowohl meinem Philosophieren als auch der Morphologischen Psychologie zugrunde liegt.

In meinen 35 Berufsjahren, im Journalismus, in der Industrie, in Forschung, Beratung und Lehre hat sich der phänomenologische oder morphologische Blick bewährt und gefestigt. Ich bin froh, jeden Tag dazu lernen zu dürfen – und das Sehen  des “Sich-Zeigenden” auch Jüngeren vermitteln zu können.

Biografisches

  • Aufgewachsen in Köln
  • Philosophische Promotion
  • Auszeichnung der RWTH Aachen
  • Redakteur bei Tageszeitungen
  • Theodor Wolff Preis für Journalismus
  • Leitung von PR-Abteilungen in Industrieunternehmen
  • Ausbildung in Morphologischer Intensivberatung an der Universität Köln
  • Markt- und Medienforschung bei ifm und rheingold
  • Unternehmens- und Organisationsentwicklung
  • Professur für Kulturpsychologie und Morphologie an der BSP Berlin

Buchveröffentlichungen

Salber, D. (1984). System und Kunst. Eine Untersuchung des Problems bei Kant und Schelling. Diss. RWTH Aachen.
Salber, D. (1987) Das Aachener Revier. 150 Jahre Steinkohlenbergbau. Aachen: Schweers&Wall.
Salber, D. (2009). Wirklichkeit im Wandel. Einführung in die Morphologische Psychologie. Bonn: Bouvier.
Salber, D. (2016) Wider den Moneytheismus. Vom Elend der Globalisierung zur Wiederbelebung Europas. Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2017) Haus aus Zeit. Wilhelm Salber 1928 – 2016. Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2018) Wilhelm Salber, Märchenanalyse. 3. Aufl. Bonn: Bouvier.
Salber, D. (2018) Ihr werdet sein wie Gott. Verheißung und Wirklichkeit der Globalisierung (2., verb. Aufl. v. „Moneytheismus“) Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2019) Wilhelm Salber, Klinische Psychologie. Bonn: Bouvier