Über mich

Der Glanz des Lebens

Jede Wissenschaft beruht auf Annahmen darüber, was die „Wirklichkeit” ist. Meist wird ein ontologischer Rang solchen Objekten zuerkannt, die dem Theorierahmen der Naturwissenschaften, insbesondere der Physik, entsprechen. So nimmt man an, dass mit Zählen, Messen und Berechnen das „objektiv” Wirkliche getroffen werde. Ob Fragebogen-Statistik, Hirnforschung oder Verhaltenstherapie: immer steht eine Seins-Deutung, eine heimliche Metaphysik, im Hintergrund, die der Rechenwelt eine Art „höhere” Wirklichkeit zuschreibt. 

Mir war dieser Weg zu fade. Ich studierte Maschinenbau und stellte fest: in der abstrakten Rechenwelt ist nichts mehr davon zu finden, was unsere Welt, in der wir leben, ausmacht. Keine Farben, keine Sonne, keine Liebe, keine Geschichte(n). Auch die Fiktionen von “Trieben”, “Subjektivität”, “Hirnarealen” usw. klären nichts, sondern verdecken die wirkliche Welt, die jeder Mensch alltäglich erlebt. Bei Dostojewski ist weit mehr über die menschliche Seele zu erfahren als in den Publikationen der allerneusten Psychologie. 

So habe ich mich aufgemacht, eine Wissenschaft zu entdecken, in der das konkrete Leben nicht verloren geht, sondern in seinem Glanz und in seiner Widersprüchlichkeit durchsichtig wird. Auch diese Richtung “aufs Ganze” hat in der Neuzeit eine große Tradition: Pascal, Goethe, Schelling, Kierkegaard, Heidegger und nicht zuletzt mein Vater, Wilhelm Salber. Die “morphologische” Sicht liefert keine Daten und Informationen. Sie ist ähnlich der Kunst ein Weg, auf dem sich das geschichtliche Da-Sein selbst zu verstehen sucht. 

“Die Seele ist gewissermaßen alles Seiende”, sagte Aristoteles. Das heißt: eine Psychologie, die das “Ganze” auslässt, verfehlt ihr Thema. In rund 40 Berufsjahren, im Journalismus, in der Industrie, in Forschung, Beratung und Lehre hat sich der ganzheitliche Blick bewährt und gefestigt. Ich bin froh, jeden Tag dazu lernen zu dürfen – und das “Sehen” auch Jüngeren vermitteln zu können.

Biografisches

  • Aufgewachsen in Köln
  • Philosophische Promotion zu Kant und Schelling
  • Auszeichnung der RWTH Aachen
  • Redakteur bei Tageszeitungen
  • Theodor Wolff Preis für Journalismus
  • Leitung von PR-Abteilungen in Industrieunternehmen
  • Ausbildung in Morphologischer Intensivberatung an der Universität Köln
  • Markt- und Medienforschung bei ifm und rheingold
  • Unternehmens- und Organisationsentwicklung
  • Professur für Kulturpsychologie und Morphologie an der BSP Berlin

Buchveröffentlichungen

Salber, D. (1984). System und Kunst. Eine Untersuchung des Problems bei Kant und Schelling. Diss. RWTH Aachen.
Salber, D. (1987) Das Aachener Revier. 150 Jahre Steinkohlenbergbau. Aachen: Schweers&Wall.
Salber, D. (2009). Wirklichkeit im Wandel. Einführung in die Morphologische Psychologie. Bonn: Bouvier.
Salber, D. (2016) Wider den Moneytheismus. Vom Elend der Globalisierung zur Wiederbelebung Europas. Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2017) Haus aus Zeit. Wilhelm Salber 1928 – 2016. Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2018) Wilhelm Salber, Märchenanalyse. 3. Aufl. Bonn: Bouvier.
Salber, D. (2018) Ihr werdet sein wie Gott. Verheißung und Wirklichkeit der Globalisierung (2., verb. Aufl. v. „Moneytheismus“) Bonn: Bouvier.
Salber, D., Hrsg. (2019) Wilhelm Salber, Klinische Psychologie. Bonn: Bouvier